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Würzburg BUNT STATT BRAUN - Religionen für die Menschenwürde

Nicht tatenlos zusehen!

Gemeinsame Erklärung der Religionsgemeinschaften zur geplanten NPD-Kundgebung in Würzburg

 

„Am 16. März jährt sich zum 60. Mal der Tag der Zerstörung Würzburgs. Vielen Menschen dient dieser Tag zur Erinnerung und Besinnung. Es gibt jedoch gesicherte Hinweise, dass Rechtsradikale das Gedenken der Zerstörung unserer Stadt für ihre Hasstiraden missbrauchen wollen. Darauf weisen neben einer bereits angemeldeten NPD-Demonstration am Samstag, 19. März, auch verschiedentlich aufgetauchte anonyme Schmähschriften mit zum Teil menschenverachtenden Inhalt hin.

Dem können wir nicht tatenlos zusehen!

Was die Schrecken der Zerstörung Würzburgs angeht, braucht unsere Stadt die Belehrung der Rechtsradikalen nicht. Von ihrer leidvollen Geschichte her weiß sie sich der Versöhnung verpflichtet. Wer dem die gegenteilige Botschaft „Kein Vergeben, kein Vergessen“ entgegensetzt, bekennt sich zu dem Ungeist, der zu Krieg und Zerstörung führte. Er verhöhnt die Opfer, er gefährdet den Frieden und er lästert Gott.

Wir rufen alle Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt zu einer klaren Stellungnahme auf: Gegen Hass und für ein Zusammenleben in Frieden und gegenseitiger Achtung. Ein besonderes Anliegen ist uns der Schutz der Minderheiten in unserer Stadt.

Wir laden alle Bürgerinnen und Bürger, alle demokratischen Kräfte und Gruppen sowie insbesondere auch die Jugendlichen dazu ein, am Samstag, 19. März, dem Tag der geplanten NPD-Demonstration, mit uns an einer Kundgebung für diese Anliegen teilzunehmen. Nähere Informationen folgen in den kommenden Tagen.“

Würzburg, 15. Februar 2005

 

Generalvikar Dr. Karl Hillenbrand, Diözese Würzburg

Dekan Monsignore Erhard Kroth, Katholisches Dekanat Würzburg

Dekan Dr. Günter Breitenbach, Evangelisch-Lutherisches Dekanat Würzburg

Akademiedirektor Dr. Jürgen Thomassen und stellvertretender Dekan Winfried Schlüter,

Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (AcK) Würzburg

Dr. Josef Schuster, Jüdische Gemeinde Würzburg

Dr. Sadiqu Al Mousllie, Internationales Islamisches Forum Würzburg

Rosa Grimm, Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit in Würzburg und Unterfranken